Es war einmal ein König. Eines Tages ging der König in seinen Garten. Und als er in den Garten kam fand er dort nur welkende und sterbende Bäume, Sträucher und Blumen.

Der König ging zu einer Eiche fragte was geschehen sei?  

Die Eiche sagte, sie würde sterben, weil sie nicht so hoch werden könne wie die Tanne.

Als der König sich nun einer Tanne zu wandte, ließ diese nur ihre Zweige hängen, weil sie keine Trauben tragen könnte wie der Weinstock.

Und auch der Weinstock lag im Sterben, weil er nicht blühen konnte wie die Rose.

Doch endlich entdeckte der König das wilde Stiefmütterchen. Das wilde Stiefmütterchen war blühend und frisch, wie eh und je.

Der König fragte das Stiefmütterchen, warum es als einziges nicht im Sterben lag?

Auf seine Frage erhielt er folgende Antwort: „Für mich war klar, dass du ein Stiefmütterchen haben wolltest, als du mich einpflanztest. Hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gewollt, hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gepflanzt. Deshalb dachte ich: “Da du mich hier eingepflanzt hast, sollte ich mein Bestes geben, um deinem Wunsch zu entsprechen. Und da ich ohnehin nichts anderes sein kann, als ich bin, versuche ich dies nach besten Kräften zu sein.

Von der Tugend der Nutzlosigkeit.

Nutzlosigkeit

Eine weise zen Geschichte zum Nachdenken - übers Nützlich sein und ausgenutzt werden.

Bei dieser weisen Geschichte zum Nachdenken handelt es sich wieder um eine Zen Gesichichte den Zen Meisters Laotse.

Eines Tages war Laotse mit seinen Schülern auf Wanderschaft. Sie kamen an einen Wald. In diesem Wald waren Holzfäller damit beschäftigt alle Bäume zu fällen. Nur einen Baum hatten sie nicht gefällt. Er stand ganz alleine mitten zwischen den abgeholzten Bäumen. Es war ein riesiger Baum. So groß mit riesigen, weiten Ästen dass Tausende unter seinem Schatten hätten sitzen können.

Laotse bat seinen Schüler zu den Holzfällern zu gehen und sie zu fragen warum sie den ganzen Wald abgeholzt hatten, aber diesen einen Baum nicht? 

Der Schüler ging also zu den Holzfällern und fragten sie, warum sie diesen einen Baum nicht abgeholzt hätten? Die Holzfäller erwiderten, das dieser Baum völlig nutzlos sei.  Er hätte so viele Knorpel und Astgabeln, dass man auf seinem Holz keine vernünftigen Bretter machen könne. Und auch für Feuerholz sei er nicht geeignet, denn wenn man sein Holz verbrennen, würde, würde dabei ein unangenehmer Qualm entstehen, der so stark wäre,  das man davon beinahe blind werden würde. Das sei der Grund.

Die Schüler kamen zurück zu Laotse und berichteten. Laotse lachte und sagte: “Seid wie dieser Baum. 

Wenn ihr auf der Welt überleben wollt, dann seid wie dieser Baum, absolut nutzlos.

Dann wird euch niemand etwas zu leide tun. Wenn ihr glatt und gerade seid wird euch jemand benutzen für die Möbel in seinem Haus. Wenn ihr wunderschön und gut ausseht, werdet ihr auf dem Markt verkauft. Ihr werdet wie Waren gehandelt. Deshalb seid dieser Baum, völlig nutzlos. Dann kann euch keiner etwas antun. Ihr könnt wachsen und wachsen riesengroß werden, sodaß  tausende Menschen unter euch Schatten finden können.” 

Es geht im Leben eben nicht darum nützlich zu sein. Das Leben ist eher wie Poesie oder ein Tanz. Statt ein Produkt auf dem Markt zu sein, kann dein Leben ein Gedicht sein, ein Lied oder ein Tanz. Du kannst wie eine Blume sein. Aber wenn du versuchst besonders schlau, besonders nützlich zu sein, dann wirst du auch benutzt. Dann wirst du irgendwo eingespannt, dann wird die Welt dich nicht in Ruhe lassen. Laotse sagt: Lass diese Vorstellung los und sei wie ein Gedicht, lebe in Exstase. Vergiss Nützlichkeit, bleibe einfach nur dir selbst treu.

Der Fischer und der Investmentbanker

veränderung

Geschichte zum Nachdenken - Glücklich sein aufschieben?

In dieser Geschichte geht es darum, dass es manchmal wesentlich einfacher und schöner ist das Leben jetzt zu genießen, anstatt es aufzuschieben. Statt den Motivationen anderer Menschen hinterherzulaufen oder auch den Ambitionen die unsere Erziehung und Bildung in uns hinein gebracht hat.

Ein Fischer sitzt am Strand, wo er gerade mit seinem Boot anlegt hat. Es ist noch früher Nachmittag und er hat bereites drei Thunfische gefangen.

Da kommt ein junger Mann vorbei, der Investmentbanker ist. Er fragt ihn: “Warum fangen sie nicht noch ein paar mehr Fische, es ist doch noch recht früh.” 

Und der Fischer antortet. “Ach wissen Sie, Ich habe heute noch ein paar schöne Dinge vor. Ich möchte noch mit meiner Familie zusammen sein. Dann möchte ich mich mit ein paar Freunden treffen und Wein trinken und ein bisschen Musik spielen. Dann möchte ich mich noch ein bisschen hinsetzen und den Tag genießen und einfach nichts tun.”  

Der Investmentbanker erklärt ihm:  “Ja wissen Sie, ich habe da eine ganz tolle Idee für sie. Wenn Sie einfach nur jeden Tag ein paar Stunden mehr arbeiten würden, dann könnten sie ein paar mehr Fische fangen und das Geld sparen und sich davon nach einiger Zeit ein größeres Boot kaufen. Mit dem größeren Boot könnten sie dann noch mehr Fische fangen. Und sie könnten diese größere Menge direkt über den Großhändler für mehr Geld verkaufen. Sie würden größere Profite machen und dann könnten sie irgendwann selbst eine Fabrik kaufen. Nach einiger Zeit könnten sie dann sogar an die Börse  gehen und ihre Firma verkaufen, für Millionen. Dann wären sie Millionär und könnten das Leben genießen. ” 

Der Fischer fragt den Investmentbanker daraufhin: “Wie lange würde das ganze ungefähr dauern?” Und der Investmentbanker antwortet: “Na, so 15 -20 Jahre etwa, wenn sie Glück haben.” 

Der Fischer fragt den Investmentbanker weiter: “Und was würde ich dann tun, wenn ich das gemacht hätte, wenn ich das verkauft hätte?

Der Investmentbanker überlegt einen Moment und antwortet dann: “Naja, dann könnten sie den Tag mit ihrer Familie verbringen, den Abend mit ihren Freunden zusammen sein, Musik machen, Wein trinken, und auch einfach mal nichts tun. Und dann hätten sie auch noch Zeit ein bisschen fischen zu gehen.”  Und der Fischer sagt :”Ja das ist doch genau das, was ich jetzt gerade tue.”

 

Eine wunderschöne Geschichte, die sehr schön zeigt, dass wir manchmal ein sehr viel einfacheres und schöneres Leben haben könnten, wenn wir nicht  bestimmten Träumen hinterher jagen, von denen wir denken, dass unser Leben dann besser wäre, wenn wir sie erreichen würden.  

Auf dem Weg dorthin vergessen wir den Sinn für wesentlichere Dinge. Wir opfern kostbare Zeit, die wir für uns selbst, für Familie, Freunde, fürs schöne Nichtstun etc. hätten. Genau die Zeit, von der wir oft sagen, das wir nicht genug davon hätten, um eben diese Dinge zu tun. 

Der Indiander und die beiden Wölfe.

loslassen

Geschichte zum Nachdenken - Weisheit über Gefühle

Ein alter Indianer sitzt mit seiner Familie und seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Sie unterhalten sich über das Leben mit all seinen Herausforderungen. Der alte Indianer erzählt von einem Kampf. Ein Kampf, der schon seit langer Zeit in seinem Inneren tobt!

Er sagt zu seinem Enkel:” Mein Sohn, dieser Kampf fühlt sich an, als würde er von zwei Wölfen ausgefochten.”

Der eine Wolf ist böse! Er ist:

  •  HASS
  •  Wut
  • Neid
  • Gier
  • Arroganz
  • Eifersucht
  • Selbstmitleid
  • Schuld
  • Ungeduld
  • Stress
  • Vorurteile
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • falscher Stolz
  • Gier
  • Sorgen
  • Schmerz
  • Lügen
  • und auch das Ego
  • uvm..

Der andere Wolf ist gut! Er verkörpert:

  • LIEBE
  • Freude
  • Frieden
  • Gelassenheit
  • Hoffnung
  • Heiterkeit
  • Demut
  • Güte
  •  
  • Wohlwollen
  • Zuneigung
  • Großzügigkeit
  • Aufrichtigkeit
  • Mitgefühl
  • Glaube
  • Vertrauen
  • Dankbarkeit
  • uvm..

Der Enkel denkt einige Augenblicke über die Worte seines Großvaters nach. Dann schaut er ihn aufmerksam an und fragt: “Großvater, welcher der beiden Wölfe gewinnt den Kampf?”

Der alte Cherokee Indianer antwortet:

"Der, den Du fütterst!"

Durch unser Denken & Handeln können wir entweder den Wolf der Liebe mit Güte, Hoffnung, Freude, Gelassenheit, Mitgefühl, Dankbarkeit, oder Selbstliebe füttern.

Oder wir stärken den anderen Wolf, zum Beispiel wenn wir anderen Menschen Schuld zuweisen, uns in der Wut verlieren, jammern oder nach Vergeltung schreien! Aber auch ständige Betriebsamkeit, Stress, Hektik, Selbstzweifel, Perfektionismus, Neid, Selbstkritik, oder ständiges Grübeln lässt diesen Wolf wachsen und gedeihen.

Es lohnt sich darüber nachzudenken und achtsam immer wieder eine bewusste Entscheidung zu treffen. Täglich auf´s neue! Unser Gehirn lernt durch Wiederholung! Das, was wir oft machen, können wir besonders gut. (Verlag satyananda)

Zen Meister Hakuin und der Säugling

Verantwortung

Zen Geschichte zum Nachdenken - über die Meinung der anderen Leute.

Oft machen wir uns Gedanken über die Meinung anderer Leute, was sie über uns sagen oder über uns denken könnten. Dazu habe ich eine tolle weise Geschichte zum Nachdenken von Zen Meister Hakuin.

Zen Meister Hakuin (1685-1768) lebte in einem Dorf, überall wurde er seines untadligen Lebenswandels gepriesen. In diesem Dorf wohnte ein schönes japanisches Mädchen, die Tochter eines Lebensmittelhändlers.

Eines Tages wurde das junge Mädchen schwanger. Der Vater des Mädchens war wütend darüber und wollte sie zwingen ihm den Namen des Liebhabers zu verraten. Schließlich, um der Strafe des Vaters zu entgehen, sagte sie einfach den Namen des Zen Meisters Hukuin.

Da konnte der Vater nichts sagen. Aber als dann die Zeit gekommen war und das Kind geboren war, nahm er das Baby und ging zu Hakuin hin und warf ihm das Kind vor die Füße. Er regte sich lang und breit über die Schande und den Skandal auf. Aber Hakuin sagte nur: “Ach, ist das so?” und nahm den Säugling auf den Arm.

Überall wo er hin ging, nahm er das Kind, eingewickelt in einen Ärmel seines zerschlissenen Gewandes mit. Egal ob es regnete oder stürmte er ging hinaus um bei den Nachbarn um Milch zu betteln. Viele seiner einst treuen Schüler wandten sich von ihm ab, weil sie es für eine Schande hielten, das Hakuin das junge Mädchen geschwängert haben sollte. 

Aber Hakuin äußerte kein einziges Wort darüber. Er behandelte das Kind wie sein eigenes.  

Doch irgendwann konnte die Mutter den Schmerz, von ihrem Kind getrennt zu sein ,nicht länger aushalten. So gestand sie ihrem Vater, den wirklichen Namen des Jungen, mit dem sie das Kind gezeugt hatte. Es war ein einfacher Junge aus dem Dorf.

Der Vater des Mädchens eilte daraufhin zu Hakuin und warf sich vor ihm nieder. Er bat ihm zu vergeben. Hakuin erwiderte nur: “Ach, ist das so?”  und gab dem Mann das Kind zurück.”

 

Für die meisten Menschen spielt es eine große Rolle was, andere Menschen über sie denken, und was andere über sie sagen. Der eine sagt zu dir: “Du bist schön.”  oder “Du bist so schlau”,”Du bist erfolgreich.”  Und eine andere Person sagt vielleicht: “Du bist ein Verager.” oder “Du bist dumm”, “Du bist hässlich.”

Deshalb lebt der normale Mensch immer in der Angst, dass er sich nicht falsch benehmen darf.  Er darf seinen guten Ruf, das Bild was andere von ihm haben, nicht verlieren.  Er ist immer abhängig von der Meinung anderer Leute.  

Denn alles, was er über sich selbst weiß, weiß er nur von anderen Leuten. Und, wenn sich diese Meinung ändert, wird ihm sein Selbstbild wieder genommen, er steht  hilflos und nackt da! Und  dann weiß er nicht ob er hässlich, dumm, schlau oder erfolgreich ist.

Er hat nicht die geringste Ahnung von seinem wahren Wesen.  Er ist von anderen abhängig. Ein achtsamer Mensch braucht die Meinung anderer Leute nicht.  Er hat sich selbst erkannt und deshalb ist es ihm egal was andere sagen.  Selbst, wenn die ganze Welt etwas behauptet was nicht seine eigene Erfahrung ist, wird er nur darüber lachen können.  Höchstens das kann seine Antwort sein! 

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