Respekt – Verantwortung für Fortgeschrittene

Völlig egal, wie gut erzogen, reich talentiert oder cool Du zu sein glaubst. Wie Du andere Menschen behandelst, sagt letztendlich alles über Dich aus.

Wir alle sprechen von Respekt, und wir alle erwarten uns respektvoll behandelt zu werden! Weder im Privatleben noch im Beruf kommen wir irgendwann ohne Respekt weiter. Doch warum gibt es dann soviel Respektlosigkeit auf dieser Welt?

Eine offensichtliche Respektlosigkeit äußert sich dann, wenn eine Seite die Grenzen des gegenseitigen Anstandes überschreitet, die Rechte des anderen missachtet oder unberechtigte Geringschätzung übt.

Im Allgemeinen wird Respekt als Wertschätzung, Achtung und Anerkennung einer anderen Person gegenüber verstanden. Respektlosigkeit ist demnach ein Verhalten, das keine Wertschätzung und Achtung einer anderen Person gegenüber aufweist.

Was bedeutet Respekt

Respekt beinhaltet sehr viele Dinge:

  • Toleranz
  • Wertschätzung
  • Achtung
  • Höflichkeit
  • Fairness
  • Autorität
  • Vorsicht
  • Prestige
  • usw..

Doch was braucht es denn, um all das erfüllen zu können? –

Wir müssen unser Gegenüber erkennen, überdenken und berücksichtigen- wir müssen unser Gegenüber also sehen und wahrnehmen!

Andere Menschen zu respektieren bedeutet nichts anderes, als dass wir andere Menschen sehen!

Rene Borbonus, ein Retorikprofi, spricht davon, dass wir uns absichtlich und mit Fleiß ein respektloses Klima erschaffen!

Gründe:

1. Unterhaltung

Respektlosigkeit dient uns Menschen zur Unterhaltung. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Was für den Einen extrem peinlich ist, ist für den Anderen lustig und unterhaltsam. Dieter Bohlen, der durch seine respektlose Art bekannt und erfolgreich geworden ist, ist nicht nur für manche Erwachsene, sondern auch für viele Kinder und Jugendliche zum Idol geworden. Unbewusst nehmen wir die Meinung auf, dass so ein Verhalten nicht nur normal ist, sondern auch erfolgreich macht. Wir traumatisieren unsere Kinder und dann wundern wir uns.

Aber auch die Medien, die irgendetwas fern von der Wahrheit schreiben, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

2 .Anonymität

Jeder ist schon einmal bei einem Freund gesessen und hat über einen anderen gemeinsamen Freund gelästert. Voller Überzeugung, dass nichts weitererzählt wird. Was ich persönlich noch schlimmer finde – wenn jemand beurteilt, kritisiert oder abgewertet wird, den man selbst nur vom “höhren/sagen” oder gar nicht kennt!

Schaut euch mal im Internet auf irgendwelchen, seriösen Plattforen oder in irgendwelchen Gruppen um, was da „Schnuckelhase 23“ so kommentiert, oder Singlebörsen, wie dort kommuniziert wird. Derbe Rezessionen sind leicht geschrieben, wenn keiner nachvollziehen kann von wem!

Ich finde es sehr wichtig, dass wir unsere Meinung äußern, aber Leute BITTE steht dann auch dazu!

3. Geschwindigkeit und Stress

Auch die heutige Schnelllebigkeit ist ein großes Thema. Wie oft habt ihr eine Mail oder eine Nachricht geschrieben, abgeschickt und im nächsten Moment gedacht:“ Verdammt, hätte ich die Möglichkeit – würde ich es anders formulieren oder gar nichts dazu sagen.

Wir nehmen uns gar nicht mehr die Zeit andere Menschen in ihrer Situation zu sehen, sondern ballern unüberlegt und meist unangebracht unsere Emotionen nach draußen.

Beispiele für Respektlosigkeit:

  • nicht zuhören
  • Unpünktlichkeit
  • Unzuverlässigkeit
  • in Unterhaltungen ständig aufs Handy oder die Uhr zu schauen
  • jemanden abwerten
  • jemanden ändern wollen
  • Nachrichten nicht beantworten
  • jemanden versetzen
  • jemandem etwas vorspielen
  • usw..

Verharmlosung

Verharmlosungen sind gut zu beobachten, wenn Menschen emotional auf uns zukommen, etwa nach einer Trennung, oder einer anderen Niederlage. Da kommt dann oft:

  • Das ist doch nicht so schlimm.
  • Das wird schon wieder.
  • Hauptsache der Bub ist gesund.
  • Es gibt Schlimmeres.
  • Du schaffst das schon.
  • Bis du heiratest ist alles wieder gut.
  • Andere Mütter haben auch schöne Söhne
  • uvm..

Mag zwar alles gut gemeint sein, aber weit weg davon unser Gegenüber zu sehen.

Verschlimmerung

Gerade wir Frauen neigen oft dazu Dinge zu dramatisieren:

  • Stell dir vor, wenn das oder das passiert wäre.
  • Ich könnte das nicht.
  • Wie Du das nur aushalten kannst.
  • Mit so einem/r Mann/Frau könnte ich nicht zusammen sein.
  • Ich könnt so nicht leben.
  • uvm..

Ist  in den meisten Fällen auch gut gemeint, doch wieder weit weg von respektvoll oder gar hilfreich.

Abwertung

Abwertungen sind das Gegenteteil von Wertschätzungen. Als Menschen haben wir alle jedoch den gleichen Wert, auch, wenn wir unterschiedliche Lebensweisen und unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben.

Beispiele:

  • schlecht über andere sprechen (egal ob anwesend oder nicht )
  • sich über andere lustig machen ( egal ob anwesend oder nicht )
  • jemanden als unkompetent, unfähig oder unwissend in der Öffentlichkeit hinstellen
  • Verallgemeinerungen
  • Beschimpfungen
  • Ignoranz
  • uvm..

Der Grund für eine Abwertung von Menschen ist allerdings immer das eigene Bild von sich selbst!

  1. Minderwertigkeitsgefühle
  2. Mangelnde Selbstsicherheit
  3. so, wie es mir geht, soll es auch Dir gehen
  4. Neid
  5. Antipathi
  6. Mangelnde Empathie
  7. selbst nicht mit seine eigenen, negativen Emotionen umgehen können und sie an anderen auslassen

Nur Menschen mit einem geringen Anteil an Selbstwert haben es notwendig andere Menschen abzuwerten, um sich selbst dadurch einen höheren Stellenwert zu geben. Wer einen gesunden Selbstwert hat, braucht dafür keine Bestätigung und kann auch etwas anderes respektieren.

Dabei sollte man bedenken, dass Menschen, die diese Methode wählen, um ihren Selbstwert zu stärken, selbst schwach (gerniger Selbstwert ) sind und  immer auf noch schwächere Menschen losgehen, deren Selbstwert noch geringer ist. Sich mit einem starken Menschen anzulegen, bringt in den meisten Fällen das Gegenteil – “eins über die Mütze” – noch weniger Selbstwert.

Bedingte Wertschätzung

Die bedingte Wertschätzung erfahren wir meist schon als Kind durch unsere Eltern.

Ich schätze Dich, wenn…

  • …Du Deine Hausaufgaben machst.
  • …Dein Zimmer ordentlich ist.
  • …Du immer höflich bist.
  • uvm..

Was jedoch zur Folge hat, dass wir ständig bemüht sind, es anderen Menschen recht zu machen. Wir stellen uns selbst unter Druck und Stress, aber nur in den seltensten Fällen ernten wir dafür Anerkennung.

Wertschätzung kennt kein “wenn” und auch kein “aber”.

Manipulation

Von Manipulation sprechen wir, wenn eine Person eine andere versteckt beeinflusst, um sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen bzw. dadurch ausschließlich die eigenen Bedürfnisse stillt.

Manipulative Menschen haben meistens Schwierigkeiten, eigene Fehler einzusehen oder gar Verantwortung zu übernehmen. Solche Menschen können NIE etwas dafür.

Verantwortung abgegeben – Problem gelöst!

Jemand der andere manipuliert geht dabei geschickt vor. Er möchte die Schwächen seines Opfers erkennen und für sich nutzen. Stets höflich und meist zuvorkommend, hält er sich gerne im Hintergrund auf, um mehr von seinem Gegenüber zu erfahren und letztendlich gegen ihn zu verwenden.

Bestes Beispiel: Männer, die Frauen vorspielen: Was sie gerne hätte, um sie ins Bett zu bekommen. Komplett egal, wie es ihr danach geht!

Aber auch Eltern, die nur noch wegen ihrer gemeinsamen Kinder zusammen sind, spielen ihren Kindern eine Welt vor, in der sie niemals glücklich werden können. Wir traumatisieren unsere Kinder und dann wundern wir uns!

Oder auch die Tante, die anruft und sagt:    “ Sie wollen bestimmt ihre Stromrechnung um die Hälfte reduzieren!“ – Was soll man denn da bitte drauf sagen?  – „Ja sicher, aber ich möchte nicht, dass Sie mir dabei helfen!?“  In den meisten Fällen ist komplett egal, was wir antworten. Den Vortrag bekommen wir sowieso, ob wir wollen oder nicht.

Nur, wenn wir die Bedürfnisse und Ziele des anderen beachten und er eventuell sogar einen Nutzen davon hat, dann sprechen wir von positiver Manipulation.

Warum - Fragen

  • Warum hast Du das gemacht?
  • Warum hast Du den Müll nicht mitgenommen, wie Du gegangen bist?
  • Warum hast Du keine Zeit?
  • Warum ißt Du schon wieder Fertigpizza?
  • Warum hast Du keine Schokolade gekauft?
unterbewusstsein

Mal ehrlich, da geht es doch nicht darum, zu erfahren “warum”. Sondern rein darum, dem anderen eins “über die Mütze” zu ziehen!

Versehentliche Respektlosigkeit

Ich habe einen sehr guten Freund, dessen Vater vor einiger Zeit schwer krank war. Es war offensichtlich, wie sehr ihn das belastet. Ich nahm mir die Zeit, darüber nachzudenken (ihn zu sehen), wie ich ihm etwas Gutes tun kann. Ich kam zu dem Entschluss, dass ich zwei Möglichkeiten habe:

Ich könnte ihn ansprechen darauf, ihn fragen, was Sache ist und ihm dann zuhören. Ich dachte aber gleichzeitig, dass genau das alle anderen in seinem Umfeld machen. Also entschied ich mich für die 2. Variante, ihn abzulenken, ihn auf andere Gedanken zu bringen und fragte ihn, ob er Lust hat mit mir Bogenschießen zu gehen. Ich sah, wie enttäuscht er von mir war, fast schon ein bisschen angewidert. Denn er hätte das andere gebraucht, jemanden, der ihm zuhört und empfand mich deshalb als respektlos, obwohl ich es nicht war.

Es gibt sogenannte Asymmetrien. Frauen zum Beispiel wollen über alles sprechen, sie wollen sich mit anderen verbinden, den Schmerz teilen. Männer wiederum wollen alles reparieren, sie ziehen sich zurück und suchen nach einer Lösung.

Woher bekommt man mehr Respekt?

Ganz einfach, indem wir respektvoll sind.

Menschen spiegeln sich !

Selbstbild

Respekt hat sehr viel mit dem Bild von uns selbst zu tun, ob bewusst oder unbewusst –  was Du von Dir selbst hälst – das strahlst Du natürlich auch aus und bekommst Du in Summe als Reflexion zurück.

Wenn wir uns selbst nicht mögen, und nicht respektieren wer wir sind -wer bitteschön soll uns denn dann respektieren können, wenn wir das selbst nicht schaffen?

Wenn Du ständig das Gefühl hast, respektlos behandelt zu werden, dann bist entweder Du selbst respektlos zu anderen Menschen, oder Dein Bild von Dir selbst ist so schlecht, dass Du alles persönlich nimmst.

Fazit:

Wenn wir mit uns selbst respektvoll umgehen, unsere Grenzen klar definieren und selbst einhalten…

Ein NEIN zu anderen – ist ein JA zu Dir selbst.

…dann begegnen wir auch Menschen, die uns schätzen so wie wir sind!

Zitate:

Komisch ist, dass wenn man sich nicht mehr Respektlos behandeln lässt, die Leute anfangen Einen als schwierig zu bezeichnen.

Selbstachtung ist der beste Schutz vor Respektlosigkeit.

Respekt ist kein Privileg, sondern die einfachste Form mit Menschen umzugehen.

Zeige Respekt auch Leuten, die es nicht verdienen. Respekt ist ein Spiegelbild deines Charakters, nicht des ihren.

Respektlosigkeit mit Toleranz zu begegnen, ist der Anfang vom Ende jeglicher Beziehung.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.